100 Tage in Kanada

Unglaublich wie die Zeit vergeht. Mittlerweile sind wir schon 100 Tage in Kanada unterwegs und unser Durst nach Erlebnissen ist immer noch gross. Wir haben bereits einige grosse und kleine Abenteuer erlebt. Ja, wir sind des Reisens noch nicht müde und haben uns gut in Kanada eingelebt. Wir wissen mittlerweile recht gut, wo wir was besorgen müssen, wenn wir was brauchen. Wir fühlen uns in Kanada fast schon ein wenig heimisch. Über die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Kanadier haben wir ja bereits früher geschrieben. Ganz generell empfinden wir das Reisen in Kanada sehr entspannt. Auch haben wir uns bis jetzt überall – auch in den Grossstädten – sehr sicher gefühlt. Für Nervenkitzel sorgten bis anhin nur die Schwarzbären, die wir dann aber doch nie zu Fuss oder per Bike zu Gesicht bekamen. Unsere Bärenglocken scheinen also ganz gut zu funktionieren.

Mit dem Leben im Wohnmobil mit wenig Platz kommen wir gut zurecht. Trotz der Beschränktheit und Einfachheit haben wir alles, was wir brauchen. Manchmal sind wir abends schon ziemlich geschafft, ob all der Eindrücke und fallen k.o. ins Bett. Das Wohnmobil als Fixpunkt schafft uns jedoch die Basis, immer wieder zu Bekanntem und Vertrautem zurückkehren zu können.

Auch die Kinder haben sich an das Unterwegssein gewöhnt. Fabio kennt schon fast gar nichts anderes mehr, denn er hat nun mehr Zeit seines Lebens in Kanada wie in der Schweiz verbracht und mehr Nächte im Wohnmobil geschlafen wie sonstwo. Livio hat in den ersten Wochen immer wieder gefragt, wann wir wieder zu Orten zurückkehren werden, wo es ihm speziell gut gefallen hat. Mittlerweile hat er jedoch realisiert, dass wir nicht zurückkehren und immer weiter ziehen. Er hat aber auch die Gewissheit erlangt, dass wir immer wieder von Neuem schöne Orte antreffen, wo wir tolle Dinge machen können.

Unser Wohnmobil mit dem Thurgauer Nummernschild zieht immer wieder neugierige Blicke auf sich. Oft halten Autofahrer neben unserem Fahrzeug und suchen das Gespräch mit uns. Viele Kanadier können fast nicht glauben, dass wir unser eigenes Fahrzeug rübergeschifft haben und damit nun durch Kanada reisen. Wir spüren in den Gesprächen viel Begeisterung und Zuspruch für unseren Traum, welchen wir hier verwirklichen. Auch für die Kanadier scheint dies nicht gerade alltäglich zu sein.

Wir haben in der Zwischenzeit einen guten Reiserhythmus gefunden. Wir halten uns eher wenig in den Städten auf und sind dafür mehr auf dem Land resp. in der Natur. Dies entspricht uns mehr und wir haben den Eindruck, dort mehr von Kanada zu erleben. Nebst den Sehenswürdigkeiten, die wir besuchen möchten, steuern wir immer Orte an, wo es tolle Mountain Bike Trails hat. Mittlerweile ist mit Ausnahme von Fabio die ganze Familie per Bike auf irgendwelchen kanadischen Singletrails unterwegs – wenn auch nie gleichzeitig. Das gibt uns einen guten Mix aus dem Besuch von Sehenswürdigkeiten und der Möglichkeit, selbst aktiv sein zu können. Zudem geben uns die aktiven „Pausen“ immer wieder Zeit zum Verarbeiten. Ausserdem wäre es viel zu schade, all die tollen Trails einfach unbefahren links liegen zu lassen.

So als Fazit nach 100 Tagen könnte man sagen: es ist nach wie vor wie ein Traum und einfach nur grossartig, hier in Kanada so als Familie unterwegs sein zu dürfen. Wir geniessen jeden Tag und freuen uns schon auf die nächsten 100 Tage.

Ein Gedanke zu „100 Tage in Kanada

  1. Liebe Karin, lieber Roger, Livio und Fabio

    Danke für euern Bericht! Es ist schön zu hören, wie ihr diese Zeit geniesst und es versteht sie auszukosten! Das sind natürlich so viele Erlebnisse, Eindrücke und Begegnungen, die zu einem Teil von euch werden. So haben wir es in Neuseeland auch erlebt: wie eine zweite Heimat.

    Schon eindrücklich, Fabio, dass du nun schon länger in Kanada lebst als in der Schweiz! Kaum ein Baby hat diese Möglichkeit, soviel Zeit als Familie gemeinsam zu gestalten. Das wird dich prägen. Wunderbar, dass der Traum deiner Eltern in deinen ersten Lebensmonaten umgesetzt wird. Ich freue mich immer über Föteli von dir!

    Unser Neffe reiste durch Kalifornien. Er brauste so richtig durch die Gegend und nahm sich kaum Zeit, die Canyons auch zu Fuss zu erkunden. Das tat mir innerlich gerade etwas weh. Aber mit Zwanzig gestaltet man so eine Zeit sicher anders als mit vierzig. Ich finde es uh lässig, wie ihr das macht!

    Wir machen heute noch einen Ausflug und gönnen uns mit der Tante von Urs einen feinen Coupe. Sie hat vor zwei Jahren Parkinson gekriegt und es geht ihr gar nicht gut (nicht Irene!). So dachten wir, die Kinder würden sie sicher ein wenig ablenken. Sonst sind wir viel draussen im Wald und am See. Es war ein super Ferieneinstieg und ich bin froh, dass wir erst in einer Woche wegfahren. Wir gehen nach Rasa ins Tessin in ein Familienlager: Ora et labora. Wir werden mit den Kindern heuen, gärtnern und auch Zeiten von SIngen und Inputs haben. Da zwei befreundete Familien dabei sind, freue ich mich besonders. Das Dorf ist total abgelegen und autofrei.

    E ganz e gueti Zit und hebed eu Sorg! Gotti Barbara

    Von meinem iPad gesendet

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